Onboard einer Jak-52 TD ueber Memmingen/ Deutschland

Vom 14.-16. July diesen Jahres fand in Tannheim das alljaehrliche Fliegertreffen, diesmal zusaetzlich unter dem Motto "30jaehriges Jubilaeum Flugplatz Tannheim", statt. Insider sprechen schon lange und mit Stolz von "Tannkosh Fly-In 2006". Dort wo sonst Trassenbaender, Absperrgitter oder die Security die Naehe zur Fliegerei einschraenkt, sucht man es hier in Tannkosh vergebens.
Ein richtig gemuetliches, familiaeres Fliegertreffen mit ueber 1250 Fluggeraeten, verteilt an den drei Tagen.

Diesen positiven Umstaenden hatten mein Fliegerkollege Reto Schneeberger und ich es zu verdanken, dass wir zum richtigen Zeitpunkt, an der richtigern Stelle standen und dort den Jak-52 Besitzer Joerg Wiebe kennen lernten. Nur all zu schnell war uns  allen klar, hier haben sich wohl die "Richtigen" getroffen. Er wollte unbedingt spitzen Flugaufnahmen seiner Jak-52 TD und wir wollten in die Luefte...*grins*
Der Deal war perfekt, schnell waren zwei Piloten gefunden. Norman Guertner nahm sich Reto in seiner rot-weissen Jak-52 an und ich durfte hinter Rheinhard Voss, ein Kunstfluglehrer mit ueber 3000 Flugstunden auf ueber 100 verschiedener Luftfahrtzeuge, in einer Jak-52 TD platz nehmen.

Die Hauptunterschiede beider Modelle sind grob schnell erklaert:
-die TD hat ein Spornrad, ein voll einziehbares Hauptfahrwerk, einen groesseren Tank und hier ein Dreiblattpropeller,
was ihr gegenueber der "normalen" Ausfuehrung eine groessere Reichweite aber auch eine erheblich bessere Spritzigkeit verschafft.
"Am Gashebel spuert man deutlich den Unterschied" erzaehlt mir mein Pilot mit einem Lacheln auf den Lippen, dass mich hier an dieser Stelle doch zu denken haette geben sollen...
*gruebel*


Foto by Frank Steinkohl

Foto by Frank Steinkohl

Foto by Frank Steinkohl

Genug der Worte, kurze Cockpiteinweisung, wo drueckt man drauf, um mit dem Piloten in Kontakt zu treten, wie oeffne und schliesse ich das Kabinendach im Flug, wo NICHT drauf druecken oder dran ziehen, aus Sicherheitsgruenden den Fallschirm angelegt und es kann losgehen...


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Wie vorher abgesprochen fliegen wir mit der "TD" in sicherem Abstand, die zweite Jak zwischen uns und der Sonne, um das beste Licht dort oben auf uns zu bekommen.

Ich nutze die Gelegenheit um im Gegenlicht einen weiteren Gast der Luefte hinter unserer 2. Jak im Bild festzuhalten und fuer das ein oder andere Selbstportrait, was sich im Nachhinein als nicht sehr einfach darstellt, da der Autofocus nicht immer optimal sitzt.


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Retos Pilot fliegt nach Absprache in gleich bleibender Hoehe mit konstanter Geschwindigkeit und wir fliegen nun ein paar "Angriffe" auf den Fotografen, um die TD in Action abzulichten. Mein Pilot taenzelt mit der Jak wie ein Modell um die Linse von Reto, mal etwas oberhalb, mal etwas tiefer. Ich habe das Gefuehl, den beiden Piloten macht es so viel Spass wie uns beiden Fotografen...

Links tauchen wir an unserem Begleitflugzeug vorbei, um nach einer +5G Kurve erneut eine gute Fotoposition zu gelangen. Das haette ich nicht gedacht, die Atmung funktioniert kurzfristig nicht mehr so einfach, meine Backen wandern nach hinten, die Arme schwer wie Blei und es ist nicht dran zu denken ein Bild zu schiessen, *mein Magen will raus*


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Das Alles geht so schnell, schon setzen wir zum naechsten Turn an. Deutlich spuere ich die Power der TD, als mein Pilot den Gashebel nach vorne schiebt.

Jetzt wurden schnell die Positionen getauscht, und wir haben die Sonne im Ruecken. So komme auch ich zu meinen Bildern, die ich dem anderen Piloten vor dem Fluge versprochen hatte.


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Auf unserem Rueckflug zeigt mein Pilot noch etwas von seinem Koennen, sehr zum Leidwesen von meinem Magen. Innerhalb von max. 2 Sekunden fliegen wir eine "gerissene Rolle". Bevor ich ueberhaupt Rueckfragen kann was denn nun los sei, ist der Spuk vorbei. Ein tolles Gefuehl in den Knien, kann ich wirklich nur jedem empfehlen, das mal am eigenen Koerper selbst zu spueren...*zwinker*


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Mit einem gewaltigen "Breake Left" verlassen wir die Zweier-Formation und gehen in die Landeanflugprozedur ueber, in staendigem Kontakt zum Tower, da sich noch weitere Flugzeuge im Landeanflug befinden.

Die Erde hat uns wieder, die Zeit verging wie im Flug...*grins*


Foto by Margit Riediger

Foto by Margit Riediger

Foto by Margit Riediger

Das Laecheln duerfte mir vergangen sein, "wir machen doch keine Aerobatic", klingt es mir noch in den Ohren, aber "geil" wars trotzdem. Zu jeder Zeit, ausser vielleicht direkt nach dem Essen, wuerde ich so einen Flug wiederholen.

Fazit:
Mit solch zwei Piloten macht Air-to-Air Fotografie verdammt Spass...
*freu*

 

Ganz herzlich moechte ich mich bei den beiden Piloten Norman Guertner und Reinhard Voss bedanken,
die uns diesen unvergesslichen
Fotoflug bescherten. Bei Joerg Wiebe, der diesen Flug mal eben organisierte
und mal wieder bei meinem Wingman Reto Schneeberger.
Nicht zu vergessen bei Margit Riediger und Frank Steinkohl, die mir ihre Aufnahmen zur Verfuegung gestellt haben.