Onboard eines EC 130 Helikopters ueber Las Vegas, dem Lake Mead,
dem Hoover Dam und mit Landung im Grand Canyon

Schon immer mal war es ein Traum von mir, dem Grand Canyon etwas naeher zu kommen als "normal". Und von wo aus kann man das besser planen und organisieren als von Las Vegas aus? Direkt am Airport kann man sich bei "Mavericks Helicopter Tours" seine Wunschflugroute aussuchen und buchen. Mein Fliegerkumpel Reto und ich, wir waren uns sehr schnell einig, "wenn", dann aber richtig und so haben wir uns für den Megaausflug entschieden, der sogar eine Landung im Grand Canyon ca. 300ft oberhalb des Colorado Rivers samt Sektdinner beinhaltet...(man goennt sich ja sonst nichts!)

Wir fliegen zum Sonnenuntergang in den Canyon, bei herrlichem Licht und bestem Wetter. Geplante Flugzeit ca. 2h fuer die 330km lange Flugroute, zzgl. 30 Minuten Aufenthalt im Canyon und 15 Minuten Tankstop mitten in der Wueste. Die anderen Fluggaeste ueberlassen uns freundlicherweise die erste Platzwahl und so entscheide ich mich fuer den Sitz direkt hinter dem Piloten.

Vorbei am Hotel "Mandalay Bay", dem Pyramidenhotel "Luxor" und dem Hotelschloss "Excalibur" geht es Richtung Nord-Osten, parallel dem Las Vegas Blvd. entlang, im Volksmund auch Strip genannt.

Im linken Bild, rechts unten gruenlich ist das weltberuehmte "MGM" zu sehen, im mittleren Bild rechts am Rand der "Stratosphare Tower". Wir machen einen Rechtsturn und verlassen den Strip in Richtung Sued-Ost. Nach kilometerlangem Wohngebiet erreichten wir recht schnell die Stadtgrenze und fliegen ab nun ueber eine herrliche Natur- und Wuestenlandschaft.

Im Tiefflug ueber unbewohnte Stein- und Felswueste geht es schon zum "Lake Las Vegas", ein kuenstlich angelegenes Wohnresort der gehobenen Extraklasse.

Sobald kein Wasser mehr im Spiel ist schaut es hier aus wie auf dem Mond. Durch die bereits tief stehende Sonne kommen die Huegel und Berge mit ihren langen Schatten so richtig schoen zur Geltung.

Ein Gebirgszug jagt den anderen, ohne auch nur den Hauch von etwas Gruenem zu erkennen. Am Horizont erscheint dann aber doch ploetzlich Wasser...der Lake Mead liegt nun vor uns.

Wir umfliegen den Lake Mead an seinem suedlichen Ufer, um so den besten Blick von oben auf den imposanten Hoover Staudamm zu bekommen. Man erkennt deutlich den Rueckgang des Wassers im Laufe der letzten Jahre am hellen Streifen oberhalb der Wasserlinie. Dieser helle Streifen ist schon ca. 22m hoch!

Im linken Bild ist "Sentinel Island" mitten im Lake Mead zu erkennen. Weiter fuehrt die Flugroute Richtung Osten, zur Freude der Insassen schoen tief in Hoehe der kleinen Berggipfel.

Immer wieder ueberfliegen wir kleinere Seitenarme des Lake Mead. Es ist schon fantastisch und auch sensationell was uns hier die Natur so an optischen Eindruecken zu bieten hat.

Ein Blick auf den letzten und auch zugleich oestlichsten Zipfel des Lake Mead.

Noch ein Bergkamm, dann erscheint am Horizont in der Schlucht der Colorado River und somit dann auch der erste optische Kontakt zum Grand Canyon. Die Schatten der Berge und Huegel werden laenger und laenger.

Wir verringern unsere Fluggeschwindigkeit und gehen tiefer...ab jetzt nutzt unser Pilot die Schlucht und wir fliegen direkt ueber dem Colorado River mitten in den Grand Canyon hinein. Jeden Schlenker, den der Fluss unter uns macht, spueren wir hier oben im Cockpit, sehr zu unserer Freude.

In prachtigem Licht erstrahlt hier der Nordhang des Grand Canyons. Wir fliegen einen 180°-Turn und gehen noch tiefer runter. Setzen zur Landung an und warten auf die anderen Hubschrauber, die uns gefolgt sind. Insg. kommen gleich noch weitere sieben Hubis vom selben Typ hier an.

Der Anblick und das Gefuehl hier unten zu stehen ist ueberwaeltigend. Ich lasse den Sekt und das Dinner "links" liegen und fotografiere die knappe Zeit, die ich hier unten nur zur Verfuegung habe...

Es ist verdammt schwer mit nur ein paar wenigen Bildern das aus zu druecken, was ich hier unten empfinde. Nicht jeder hat die Moeglichkeit, sich einen seiner Jugendtraeume mal einfach so zu erfuellen...

Das Panorama besteht aus zehn Einzelbilder, spater am PC zusammengesetzt. Als Optik diente mir mein Sigma 12-24mm bei 17mm, f9 und 1/40s bei ISO 100 waren eingestellt.
Links am Bildrand sieht man die anderen Hubschrauber parken, rechts oben ist bereits der Mond aufgegangen und der gegenueber liegende Nordhang ist in herrlich warmes Sonnenuntergangslicht getaucht. Wir befinden uns hier ca. 300ft oberhalb des Colorado Rivers. Nur zu gerne hatte ich einen Abstieg gewagt, gezeltet, uebernachtet und auf den Sonnenaufgang am naechsten Tag gewartet...
*traeum*

Die Zeit rennt hier ohne Ende und man ruft mir bereits aus dem Hubschrauber zu, ob ich nicht mit zurueck fliegen moechte? Wir sechs Passagiere tauschen wie vorher verabredet nun die Plaetze und ich sitze fuer das naechste Teilstueck bis zur Tankstelle hinten rechts. Jetzt geht es im wahrsten Sinne des Wortes der untergehenden Sonne entgegen und die Wueste taucht in ihr alltaeglich, goldgelbes Abendgewand ein.

Wir fliegen zurueck eine etwas andere Route, da wir ja mit allen acht Hubschraubern noch an der hauseigenen Tankstelle kurz vorbei schauen muessen. Der Pilot sagt uns, dass seine Gesellschaft so ca. 30% vom Flugbenzinpreis gegenueber am Airport einspart.

Wir verlassen das letzte huegelige Gelaende. Leider nimmt hier das Licht doch recht schnell ab, so dass die Belichtungszeiten der Kamera verdammt in die Knie gehen.

Als Erster an der Tankstelle angekommen verlassen wir zuegig den Hubschrauber, um die anderen ankommenden Hubis noch schnell im letzten Licht des Tages zu erwischen.

Wir tauschen das letzte mal die Plaetze und so sitzen Reto und ich nun vorne neben dem Piloten. Mir gelingt noch der ein oder  andere "Schnappschuss" ohne durch den Sucher zu schauen, als sich am Horizont die Sonne von uns fuer den heutigen Tag verabschiedet.

Wieder in Las Vegas angekommen hinterfliegen wir den Strip und den Stratosphare Tower und folgen dem Highway No. 15 in Richtung Westen. Diese letzten drei Bilder sind mit einer Belichtungszeit von nur noch 1/25s freihand aus dem vibrierenden Helikopter entstanden.

Insgesamt habe ich weit mehr als 500 Bilder von unserm Ausflug gemacht. Natuerlich hatte ich fuer die Panoramen mein Dreibeinstativ und einen Panoaufsatz dabei, aber das sollte man, so wie ich, schon vorher mit der Crew besprechen.

 

Unsere Flugroute:


Fazit:
Guenstig ist so ein Ausflug nicht gerade, aber wie oft im Leben macht man so etwas denn schon?
Ich kann das nur jedem empfehlen, sofern er die Moeglichkeit, die Zeit und auch das passende Wetter dazu hat...