Onboard einer Yak-52 ueber Dubna/ Russland

Im Rahmen unserer Russlandreise besuchten wir direkt am ersten Wochenende einen kleinen Privatflugplatz namens Dubna, ca. 3,5h Busstunden von Moskau entfernt. Da stand sie nun zum greifen nahe vor uns, die AN-2 "ANNA", die Ju-52 des "Ostblocks", der groesste einmotorige Doppeldecker der Welt.
Uns war sofort klar, damit muessen wir unbedingt einen Rundflug organisieren. Die Preise wurden an Ort und Stelle ausgehandelt, schnell waren wir uns einig, nur einen Haken hatte die ganze Geschichte: nicht alle passten rein! Mein Kumpel Reto und ich erklaerten uns sofort bereit auf diesen historischen Anna-Flug zu verzichten, wenn wir beide die Reisegruppe aus je einer Yak-52 begleiten koennten! *grins*

Das ist das Schoene an Russland, hier wird nicht lange palavert, hier wird gehandelt und man ging sofort auf unseren Wunsch ein. Binnen Minuten hatte unser russischer Begleiter einen weitere Piloten organisiert, denn die eine(blaue) Yak-52 wollte er dann selbst fliegen.
Nach kurzem "Briefing", dass aus einem grossen und zwei kleinen Steinen bestand, je einer fuer die AN-2 und zwei fuer die Yaks, wurde das Wunschflugprogramm auf dem Taxiway mit diesen Steinen absolviert und "abgeflogen", sogar Positionswechsel und Sonnenstand wurden beruecksichtigt. Eine weite Schleife ueber die Wolga als Dreierformation sowie ein Looping in Zweierformation fuer die Yaks war geplant.

Gesagt getan, und schon befinden wir uns startklar auf der Runway...Nach einem kurzen Rollweg hoben wir ab und es ging die
AN-2 wieder einzuholen, die nur kurze Zeit vor den beiden Yaks gestartet war.

Alle drei Piloten gaben ihr Bestes, damit die Fotografen an Board ihre perfekten Bilder schiessen konnten. An der Yak-52 liess sich sogar waehrend des Fluges das Kabinendach zurueck schieben, um eine noch klarere Sicht auf die anderen Flugobjekte mit der Kamera zu erhaschen. Der Gegenwind und der Krach, noch verstaerkt durch den Propeller, ist jedoch nicht zu unterschaetzen, man sollte sich nie zu weit mit der Fotoausruestung aus dem Cockpit wagen...


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Unsere herrliche Formation aus Sicht von meinem Wingman Reto Schneeberger.

Wieder den Flugplatz vor Augen drehte die AN-2 mit dem Rest der Reisegruppe an Bord zum Landeanflug ab und die beiden Yaks gingen in Position. Ueber Kopfhoerer kam der vorher abgesprochene Befehl, das Kabinendach fuer das bevorstehende Kunstflugprogramm zu schliessen. Schnell gewann man an Hoehe, wir brauchten ja "Anlauf" fuer den Looping...*grins*

Und nachdem uns der erste Looping sooo gut gefallen hatte gab es als kleine Zugabe direkt im Anschluss noch einen weiteren Loop...


Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Foto by Reto Schneeberger

Es ist schon ein verdammt sensationelles(um nicht das Wort "GEILES" zu benutzen) Gefuehl, nur noch den Himmel vor Augen zu haben und neben einem der Wingman. Wir wurden mit ca. 4G in die Sitze gepresst, nur um ein paar Sekunden spaeter kopfueber und schwerelos in den Gurten zu haengen...

Unsere beiden Piloten hatten so einen Spass, das wir Spass hatten und sind aus dem ersten Looping sofort in einen weiteren Looping ueber gegangen. Hierbei loeste sich unsere kleine Zweierformation etwas auf und so hatte ich ploetzlich aus einem Wingman einen Leader direkt vor mir...Ich dachte noch, nun reicht es, mein Magen will nicht mehr, als ich Reto in der anderen Yak eine Rolle nach der anderen fliegen sah. Den Finger schon am Interphone um meinen Piloten vor weiteren Kunstflugaktionen zu bremsen, setzten wir zu einer Platzrunde mit tiefem Vorbeiflug an der Reisegruppe an. Ein letzter "break left" am Ende der Runway und wir verringerten unsere Fluggeschwindigkeit um zur Landung anzusetzen. "Geschafft" dachte ich mir, als wir an der Reisegruppe vorbei rollten und in die Parkposition abbogen.

Fazit:
Kunstflug macht zu zweit doppelt Spass...*grins*

 

Ganz herzlich moechte ich mich bei den drei Piloten bedanken, die uns diesen unvergesslichen
Tag/ Flug bescherten und bei meinem Wingman Reto Schneeberger.